Doppelstockbettpoesie

Gemütlich im Bus nach Hause. Am Ausplampen. Postleitzahl auf der Rückseite des Sitzes vor mir. Postleitzahl? Postleitzahl. Mit einem dicken Filzstift. Ohne Schnörkel, ohne weitere Hinweise. Nüt. Da geht mir einiges durch den Kopf (nebst dem, dass diese Filzstifte gut und gerne eine Zehnernote kosten)...

Vor nicht allzulanger Zeit wurden noch ganze, nicht ganz jugendfreie Gedichte an die Unterseiten des oberen 'Stockes' von Doppelstockbetten in Skilagern und Jugendherbergen geschrieben. Zeilenlang. Kaum merkbar. Zum schreien komisch. Schlaf- und nächteraubend. Gleich neben verheissungsvollen Telefonnummern (jeweils Festnetz, fällt mir grad ein). Und ach ja: Da waren auch noch diese ... ehmm ... 'kreativen' Zeichnungen.

Dann hiess es eine Zeit lang überall 'Fuck the (hier den englischen Begriff der Ordnungshüter, verhassten Lehrpersonen oder ehemaligen Mitschülern einfügen)'. Da wusste man Bescheid.

Danach hiess es oft nur noch 'Fuck'. An Containern, Parkbänken, Sesselbahnen, Postautohaltestellen und Innenseiten öffentlicher WC-Kabinen. Giiiele!!! Überlegt euch wenigstens, gegen wen oder was ihr sein k.ö.n.n.t.e.t.

Und jetzt? Postleitzahlen? Gopf. Na, wenigstens ist es eine 'pro'-Botschaft. Jemand promotet seinen Wohnort. Ok. Und was, wenn du einmal umziehst? Ach, das ist die Postleitzahl deines Heimatortes? Schon mal dort gewesen (in diesem Kaff)? Nicht? Bravo. Aber wenigstens kann man sich's merken, gell?

In diesem Sinne: