DuRöhre

Früher fanden wir's alle noch ganz unterhaltsam, als wir uns in jeder Pause hunderte von lustigen Katzenvideos über das allwissende Videoportal YouTube angucken konnten. Für mich sind diese Art von Videos fast zu einem Synonym für YouTube geworden. Doch nach und nach stellte sich das Gefühl ein, als hätte das Videoportal mit Filmtrailern, Nachrichten-Versprechern und dummen Unfällen (gefilmt durch schwarz/weiss Überwachungskameras) den intellektuellen Zenit erreicht. Weit gefehlt. Wer suchet, der findet. Zwei Beispiele.

Philipp DeFranco

Der 25-jährige Ostküsten-Ami schneidet in der "Philipp DeFranco Show" (MO-DO) Themen aus den News an und gibt - wie er es zu sagen pflegt - "Food for thought" an beinahe 2 Millionen (!) treue Fans. Er beleuchtet aktuelles Weltgeschehen wie auch simplere/trashigere Stories aus einem anderen Blickwinkel. DeFranco ist Frisch. Ehrlich. Schnell. Sehr schnell. Manchmal politisch (korrekt und inkorrekt). Sehr sympathisch. Weltoffen und einfach saugut.

Zur Philipp DeFranco Show (YouTube)

(Momentan ist Phil auf einer kleinen "Europatournee", falls ihr euch fragt, weshalb in den aktuellsten Beiträgen immer eine Tür vom Jugi-Zimmer zu sehen ist).

Die moralische Seite von Mord

2009 hat die Harvard-Universität über 10 Stunden Filmmaterial eines Lehrgangs von und mit Michael Sandel hochgeladen. In einem altehrwürdigen Saal doziert (und diskutiert) er mit hunderten von Studis über unseren Sinn für Gerechtigkeit, Gesellschaft, "Gut"/"Schlecht", Mord, Totschlag, Organspende und und und... Was jetzt vielleicht etwas trocken tönt, ist in Wahrheit ultraspannend, denn Sandel schafft es innert Minuten Kontroversen auszulösen, ohne auch nur im geringsten Position zu beziehen.

Mit fast 6.5 Millionen Aufrufen ist die Playlist mit insgesamt 18 Videos eine beliebte YouTube-Perle.

Zur YouTube-Playlist