Ode an die beste Armee der Welt
Da liegt endlich der Marschbefehl im Briefkasten. "Endlich", weil der letzte. Nach meiner Zeitrechnung sind noch 22 Tage abzusitzen. Zeit, mit einem wüsten Nebenkapitel abzuschliessen.Armee, oh, arme Armee.
Nur endliche zweiundzwanzig Tage noch,
ich spring' in die Luft danach, doch
Du, oh Taugenichts, oh weh,
bleibst dumm, wer hätt's vorhergeseh'n.
"Gemeinsam", "erfolgreich", "stark" und "Ziel"
diese Phrasen benutzst Du viel.
Doch schon sehr früh lag es auf der Hand,
Du besitzt sehr viel, nur nicht Verstand.
Oh, strecktest Du die Brust gen Himmel empor,
dass manch' Genosse beinah die Fassung verlor.
Nur eines, das Du wissen musst,
in Deiner Brust fliesst warme Luft.
Der Schrei - Dein letztes Instrument,
ist was Dich spärlich noch am Leben hält.
Die laute Stimme - welch Wohltat ist,
verstummt bald und würd' nie vermisst.
Drum adieu, adieu, Du krankes Ding,
und sei Dein Wert noch so gering;
in einer and'ren Form, in einer and'ren Zeit
wär die Welt vielleicht auch für Dich bereit.
