Wie man sich liest so lacht man

"Wie doch ein einfacher Bücherladen eine eigene Welt beherbergt", dachte ich mir, als ich bereits fast eine Stunde durch die Gestelle geirrt war.

Eigentlich gefiel mir alles und nichts. Eigentlich war ich in Schmöker- und Kauflaune, aber so reisserisch die einen Buchtitel, so gezwungen geheimnisvoll die anderen. So abgrundtief psycho die einen, so klebrig selbsttherapeutisch diejenigen daneben. Und im Moment als ich merkte, dass ich ohnehin nichts kaufen würde, wurde mir auch gleich bewusst weshalb.

Denn neben "Meine Erste Fahrstunde" gab's "Need for Speed Underground" zu kaufen. Um die Ecke von "Mein Leben auf dem Strich" (oder so ähnlich) den Koran, just neben "Entsetzen" (Karin Slaughter...) Rezepte für gemütliche Weihnachtsabende. Und wenige Armlängen neben dem Klassiker "Weisst Du eigentlich wie lieb ich dich hab?" konnte man sich das Rüstzeug besorgen, um auf der PlayStation Zombies mit der Motorsäge zu verarbeiten.

"Das hebt sich alles in sich auf", rechtfertigte ich meinen Entschluss endlich zu gehen, vor mir selbst. Obwohl es in Wahrheit wahrscheinlich eher die zu Neige gehende Geduld war, mich im überhitzten Laden an Daunenjacken vorbeizuquetschen.

"Leckt mich doch" durchfuhr es mich und schlenderte mit einem unterdrückten Lachen im Gesicht und - entgegen meinem Entschluss nichts zu kaufen - mit einer "Nichtlustig"-Kaffeetasse hinaus auf die Strasse.